Arbeitsbegleitende Maßnahme - die Werkstattband Rostocker Nordschwalben

Die Rostocker Norschwalben

Wir wollen nicht in die Charts, sondern Spaß haben!

Ihr schönstes Erlebnis 2014 war der Auftritt auf der Warnemünder Woche. Viele Menschen blieben stehen, applaudierten und forderten eine Zugabe. Die Band "Die Nordschwalben" der Rostocker DRK Werkstätten gGmbH für Menschen mit Behinderungen ist inzwischen regelmäßig zu Gast bei großen und kleinen Rostocker Kulturveranstaltungen. Musik ist ihre Passion. Die Bühne neben ihrer täglichen Arbeit für sie der beste Ort, sich zu entfalten.

Die Musikgeschmäcker der fünf könnten wohl unterschiedlicher nicht sein. Und doch merkt man sofort, dass sich hier eine Gruppe mit sehr viel Herz für die Musik gefunden hat. Andy, Ronny, Jule, Anne-Marie und Connie gehören zur 2008 gegründeten Band "Die Nordschwalben". Neben ihrer Arbeit in den Werkstätten im Bereich Montage, Elektrogeräteprüfung, Wäscherei, Näherei, Empfang treffen sie sich regelmäßig jede Woche. Dann proben sie ihr Repertoire aus Kinder-, Volksliedern, Schlager- und Poptiteln oder probieren Neues aus. Ihr aktuelles Ziel: zusammen harmonieren, zusammen bleiben und weiter an sich arbeiten.


Der Weg zur Musik verlief bei allen sehr unterschiedlich. Kelly Family-Fan Andy, der Mann am Akkordeon, ist der heimliche Kopf der Band. Noten hat er nie gelernt. Stattdessen spielt er von Kindesbeinen an nach einem begnadeten Gehör. Wird ein neues Lied geprobt, kann er nach kurzem Zuhören die Melodie direkt nachspielen. Er gibt sie vor, die anderen stimmen ein. Ronny, der Schlagzeuger und Ruhepol der Band, mag privat am liebsten klassische, irische Musik, aber auch Metal oder Modernes. "Im Moment höre ich gern Frieda Gold", gesteht der 33-Jährige. Deutsche Songs liegen ihm. Denn Texte sind ihm wichtig. Auch in seinem Privatleben ist er viel im musikalischen Austausch. "Mein größter Traum ist es, einmal mit meiner Lieblingsband Irish Coffee auf Tour zu gehen."


Jule am Keyboard würde eigentlich am liebsten Klassik spielen. Beim Sommerfest der Werkstätten hatte sie die meisten Fans – vielleicht auch durch ihre animierende und mitreißende Art. Doch so souverän ist sie nicht immer. "Zwei Minuten bevor der Auftritt losgeht, bin ich immer total nervös. Zum Glück ist auf der Bühne dann alles vorbei."


Die 24-jährige Anne-Marie hingegen möchte sich nicht festlegen. Ihr gefällt meist, was im Radio läuft. Bereits seit dem Kindergarten gehört das Singen zu ihren Lieblingsbeschäftigungen. Sie ist zusammen mit Connie, der Schlager am liebsten sind, Frontfrau am Mikrofon.


"Viele Lieder haben sie super schnell drauf", bewundert Bandleiter Harry Kayser seine Schützlinge. Zusammen mit Antje Gossel vom Begleitenden Dienst versucht er, den "Nordschwalben" so viel Unterstützung wie möglich zu geben. So wurde im August eine Workshopwoche initiiert – fünf Tage intensives Proben auf dem Jugendschiff "Likedeeler". "Wir wollen ja nicht in die Charts, sondern Spaß haben", betont Harry Kayser. Aber ehrgeizig ist die Band dann doch. Denn so einen Auftritt wie auf der Warnemünder Woche – das möchten doch alle im nächsten Jahr wieder erleben.


Text und Foto: Stefanie Kasch

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